Das Fraunhofer IFAM hat auf der Hannover Messe 2026 unter anderem eine Technologie zum lokalen Anodisieren für funktionale Oberflächen präsentiert.
Die funktionalen Oxidschichten werden dabei gezielt nur in den Bereichen erzeugt, in denen sie benötigt werden – etwa zum Korrosionsschutz oder als Vorbehandlung für klebtechnische Fügeverfahren. Im Unterschied zum konventionellen Badanodisieren sind weder das vollständige Eintauchen des Bauteils noch aufwendige Maskierungsprozesse erforderlich. Dadurch lassen sich Medien-, Anlagen- und Prozessaufwand deutlich reduzieren. An dem Institut in Stade wurde die Technologie in eine vollautomatisierte Prozesszelle integriert.
Ein robotergestützter Endeffektor trägt den Elektrolyten lokal und präzise auf, überwacht Kontakt und Prozessführung, entfernt Rückstände inline und spült die behandelten Bereiche unmittelbar nach dem Prozess. So können auch komplexe 3D-Geometrien reproduzierbar und kontaminationsarm bearbeitet werden. Das Verfahren eignet sich sowohl für Fertigungs- als auch für Reparaturanwendungen, wie zum Beispiel an Schweißnähten, strukturellen Verbindungen oder großen und geometrisch anspruchsvollen Bauteilen. Besonders vorteilhaft ist es überall dort, wo nur definierte Funktionsflächen behandelt werden sollen. Interessant ist das Verfahren unter anderem für die Branchen: Luft- und Raumfahrt, Automobilindustrie, Schienenfahrzeugbau sowie Reparaturtechnologien.
Das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM bietet FuE-Dienstleistungen zur automatisierten Bearbeitung und Montage großer Leichtbaustrukturen an – unter anderem für Flugzeug-, Windenergieanlagen-, Nutzfahrzeug-, Schienenfahrzeugbau und den Agrarsektor. Hierzu gehören Prozess- und Anlagenentwicklung bis in den 1:1-Maßstab für die Smart Factory, modulare Automatisierungs- und Digitalisierungslösungen für große Leichtbaustrukturen sowie die effiziente, nachhaltige und ergonomische Großstrukturmontage.
Quelle: Fraunhofer IFAM






