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Im Interview: Dr. Michael Büchsner, CEO Stabilus Gruppe

Stabilus Gruppe übernimmt Destaco

06.06.2024
von Redaktion DER KONSTRUKTEUR

Die Stabilus-Gruppe hat den Erwerb des Industrial-Automation-Spezialisten Destaco mit Hauptsitz in Auburn Hills, Michiga/USA abgeschlossen. Lesen Sie im Interview mit Dr. Michael Büchsner (Bild), CEO der Stabilus-Gruppe, mehr über die Übernahme.

 

Herr Dr. Büchsner, die Stabilus Gruppe hat aktuell den Erwerb von Destaco abgeschlossen. Was versprechen Sie sich von dieser Investition?

Sowohl unmittelbare als auch langfristig wirkende Effekte. So können wir aus dem Stand heraus den Markt mit einem deutlich erweiterten Angebot und ganzheitlichen Systemlösungen adressieren. Darüber hinaus ist Destaco ein weiterer Baustein in unserer Zukunftsstrategie. Im Rahmen unserer Strategie 2030 haben wir klare Ziele, wie wir den Motion-Control-Markt gestalten wollen. Neben organischem Wachstum setzen wir dabei auch auf den Erwerb von Unternehmen, die zu uns passen.

Bleiben wir zunächst beim Mehrwert für Ihre Kunden. Wer kann von Ihrem kombinierten Portfolio profitieren – und wie?

Dr. Michael Büchsner, CEO Stabilus Gruppe (Bildquelle: Stabilus SE)

Das Angebot richtet sich an ein breites Spektrum von Unternehmen der Produktionsindustrie. Hier beobachten wir seit der Pandemie verstärkt die Rückverlagerung von Wertschöpfung aus Schwellenländern in klassische Industrieländer. Höhere Produktionskosten und ein Rückgang der Zahl qualifizierter Arbeitskräfte führen zwangsläufig zur Intensivierung von Robotik und Automatisierung, die sich zu echten Megatrends entwickelt haben.
Mit unserem gemeinsamen Portfolio können wir diesen Unternehmen für alle Motion-Control-Aufgaben attraktive und wettbewerbsfähige Lösungen anbieten: Während die Produkte der Stabilus Gruppe kontrollierte Bewegungsabläufe und exakte Vibrationsisolierung ermöglichen, werden die Komponenten von Destaco – beispielsweise Kraftspanner, End-of-Arm-Tools oder Greifer – für Robotik und Automatisierung gebraucht. Die Kunden können also unsere Lösungen aus einer Hand nutzen, um ihre Produktivität zu steigern und Fertigungslinien auf Basis innovativer Technologien aufzubauen.

Wobei es ja weltweit eine ganze Anzahl von Unternehmen im Automatisierungssektor gibt. Was sprach speziell für Destaco?

Unsere Experten haben sich intensiv mit dem Markt beschäftigt und bei Destaco ein hohes Maß an Übereinstimmung identifiziert, das weit über den technologischen „Fit“ hinausgeht. Beide Partner verfügen über eine lange Tradition – Destaco wurde 1915 gegründet, Stabilus 1934 – und verbinden diese Beständigkeit mit der Fähigkeit zu kontinuierlicher Innovation und stabilem Wachstum. Beide verfügen über langjährige, direkte Kundenzugänge sowie etablierte Distributionsnetzwerke, die sich ideal ergänzen. Das Potential, schneller zu wachsen als allein, ist für beide Partner sehr hoch. Wir freuen uns deshalb, dass nach dem Abschluss des Kaufvertrages am 11. Oktober 2023 und den notwendigen behördlichen Genehmigungen nun der Erwerb vollzogen ist.

Wie haben Management und Belegschaft auf die Veränderung reagiert?

Positiv. Wir haben bereits frühzeitig kommuniziert, dass wir Destaco kontinuierlich weiterentwickeln möchten. Die Marke, mit der sich die Mitarbeitenden in hohem Maß identifizieren, bleibt als eigenständige Expertenmarke unter dem Dach der Stabilus Gruppe erhalten; ebenso das Produktspektrum, das wir unseren Kunden schon bald im Rahmen eines ganzheitlichen Angebotes präsentieren wollen. Natürlich bekennen wir uns zu allen sozialen Verpflichtungen gegenüber unseren neuen Mitarbeitenden und führen die verschiedenen globalen 401(k)-Varianten – die US-Modelle zur Förderung der betrieblichen Sozialleistungen – auf vergleichbarem Niveau nahtlos fort. Auch freuen wir uns, dass uns Stefan Eggers als Destaco-Geschäftsführer weiter unterstützen wird.

Innerhalb der Stabilus Gruppe können wir zusichern, dass es keine Überschneidungen oder Redundanzen im Portfolio geben wird und damit keine Arbeitsplätze durch den Erwerb gefährdet sind. Wir sehen uns ganz im Gegenteil auf einem nachhaltigen Wachstumskurs, den wir mit unserer Strategie Star 2030 beschritten haben. Destaco wird nun ein Teil davon sein. Darüber hinaus gibt uns die stabile Finanzierung die finanzielle Flexibilität, um unser angestammtes Geschäft zielgerichtet weiterzuentwickeln.

Wie wird sich die Zusammenarbeit zwischen Stabilus und Destaco in der nächsten Zeit darstellen und ab wann wird sie sich bemerkbar machen?

Destaco ist nun ebenfalls eine wichtige Expertenmarke innerhalb der Stabilus Gruppe, wie bereits fünf andere Marken, die im Industriesektor zur Gruppe gehören.
Wichtig ist, und das hatte ich bereits erwähnt, dass die Marke Destaco zusammen mit ihren Produktlinien wie zum Beispiel Robohand oder Camco die gleiche starke Marke bleibt. So, wie auch alle anderen Industriemarken der Stabilus Gruppe.
Die Vorteile des integrierten Angebots werden für unsere Kunden vor allem auf der Vertriebsseite spürbar. So erwarten wir beispielsweise ab Oktober dieses Jahres die ersten gemeinsamen Automationsmessen von Destaco und unserer Expertenmarke ACE.

Sie erwähnten Ihre Strategie Star 2030. Wie sieht diese aus – und welche Rolle spielt der Erwerb von Destaco dabei?

Mit Star 2030 wollen wir aus einer starken Position heraus die Zukunft gestalten. Eins der vordringlichsten strategischen Ziele ist es, bei kontinuierlichem Wachstum das Industriegeschäft – unser zweites wichtiges Standbein neben dem Automobilgeschäft – weiter auszubauen und uns noch stärker als Lösungsanbieter zu positionieren. Kompetenzen und Leistungen von Destaco reihen sich hier als weiterer Baustein ein. Sie sind auch Teil unseres künftigen Motion Control Eco Systems, mit dem wir bis 2030 unsere Vision erreichen wollen: Weltmarktführer in intelligenten Bewegungstechnologien. Die Inhalte von Star 2030 haben wir seit der Verabschiedung im Juli 2022 den Mitarbeitenden detailliert kommuniziert. Es wird täglich spürbar, dass sie unsere Vision und Strategie „leben“.

Wird es zur Erreichung Ihrer Ziele weitere Akquisitionen geben oder haben Sie die Aufstellung als Stabilus Gruppe nun abgeschlossen?

Wir gehen seit 2016 den Weg, unser organisches Wachstum durch externe Akquisitionen zu flankieren und zu beschleunigen. Die gelungene Integration unserer Expertenmarken belegt, dass dieser Weg erfolgreich ist. Gleichzeitig befinden wir uns in einem dynamischen Markt, der auch künftig Chancen auf attraktive Synergien eröffnen könnte. Wir werden diese sorgfältig analysieren und möchten eine nochmalige, gut begründete Erweiterung der Stabilus Gruppe nicht ausschließen.

Herr Dr. Büchsner, wir danken Ihnen für das Gespräch.

 

Text- und Bildquelle: Stabilus SE

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