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Werkzeugmaschinen

Ganzheitliche Schutzsysteme mit Konstruktions-Know-how

01.12.2025
von Redaktion DER KONSTRUKTEUR

Steigende Komplexität in der Teilefertigung erfordert passgenaue Schutzsysteme für Werkzeugmaschinen. Hema nennt vier entscheidende Kriterien für zuverlässigen Maschinenschutz, die Sie berücksichtigen sollten. 

Die Anforderungen an den Maschinenschutz verändern sich durch komplexere Bauteile und kombinierte Zerspanungsverfahren auf modernen Produktionsanlagen. Während früher einzelne Faltenbälge oder einfache Abdeckungen ausreichten, benötigen heutige Maschinen durchdachte Schutzsysteme für höhere Prozessgeschwindigkeiten und längere Standzeiten. Jürgen Heberer vom Technischen Vertrieb bei Hema Maschinen- und Apparateschutz erläutert die wichtigsten Aspekte für effektiven Maschinenschutz. Das Unternehmen entwickelt und fertigt seit über 45 Jahren Schutzsysteme rund um die Werkzeugmaschine.

Rückwandsysteme entstehen individuell für die Anforderungen der jeweiligen Anwendung – hier mit 4-facher Spindeldurchführung

Entwicklungskompetenz als Grundlage

Eine Schutzabdeckung funktioniert wie ein Maßanzug, der jede Maschinenbewegung schadlos mitmacht. Laut Heberer ist eine Schutzabdeckung für eine Produktionsmaschine so komplex wie die Maschine selbst. Die Entwicklung erfordert fundiertes Konstruktions- und Prozess-Know-how, um im vorgegebenen Bauraum das richtige Verhältnis aus Bewegungswiderstand, Dichtheit und Haltbarkeit zu finden.

Entscheidend für die Auslegung ist eine präzise Aufgabenstellung: Welche Maschinenteile sind vor welchen Einflüssen zu schützen, wie viel Bauraum steht zur Verfügung und wo muss die Spindeldurchführung berücksichtigt werden. Im Idealfall entsteht das Schutzkonzept bereits während der Maschinenentwicklung, um den Schutzbedarf exakt zu dimensionieren und spezifische Bedienungsanforderungen frühzeitig zu integrieren.

Bei der Reihe Samurai (hier die Bauform Vector C2) von Hema schützen Federstahllamellen den dahinterliegenden Faltenbalg vor scharfkantigen, heißen Spänen

Individuelle Konzeption ohne Grenzen

Konstruktionstechnisch sind Schutzabdeckungen nahezu grenzenlos realisierbar. Abmessungen von wenigen Zentimetern sind ebenso möglich wie Großformate von acht mal fünf Metern oder 32 m Länge. Gebogene Verläufe oder Schutzsysteme für mehrere Achsen lassen sich problemlos umsetzen.

Hema nutzt für die Entwicklungsarbeit verschiedene Baukastensysteme. Die Faltenbälge der Reihe Elastic bestehen aus einem Faltenmaterial und einem stabilisierenden PVC-Rahmen. Samurai ergänzt diese um Federstahllamellen, die das Faltenmaterial in HSC-Anwendungen vor heißen Spänen schützen. Rollbandabdeckungen, Gliederschürzen, Teleskopabdeckungen und Spiralfedern vervollständigen das Portfolio.

Dachabdeckungen schützen den Maschineninnenraum, ermöglichen dabei zugleich eine Beladung oder Revision von oben

Materialauswahl nach Anwendung

Das Faltenmaterial bestimmt maßgeblich die Leistungsfähigkeit des Schutzsystems. In CNC-Anlagen muss das Gewebe unempfindlich gegen scharfkantige, glühende Späne sowie gegen Kühlschmierstoffe sein. Laser-, Plasma- und Schweißanwendungen sowie der 3D-Druck erfordern selbstverlöschende und Hochtemperaturmaterialien.

Auch Eigenschaften wie geringes Gewicht oder Transluzenz lassen sich durch die passende Materialwahl realisieren. Hema verwendet ein breites Portfolio an Geweben von Polypropylen und Polyurethan bis hin zu Teflon, PVC oder Para-Aramid.

 

Die Anwendung bestimmt die Anforderung –Schutzabdeckungen werden in vielen Formen und Ausführungen gefertigt

Qualitätssicherung durch Tests

Die Materialauswahl muss belastbar und die Qualität durchgängig sein, betont Heberer. Hema führt regelmäßig stichprobenhafte Lebensdauertests an eigenen Prüfständen durch. Ingenieure erfassen dabei das Knickverhalten der Materialien, die Rückstellkräfte der Abdeckungen beim Ausfahren und Zusammendrücken sowie das Verhalten der Andruckkräfte an Lamellen. In den Versuchen werden Faltenbälge auf langen Verfahrwegen mit praxisnahen Maximalbeschleunigungen beaufschlagt. Einzelne Produkte absolvieren dabei mehr als 1,5 Millionen Lastwechsel. Die Fertigung erfolgt größtenteils in Handarbeit, da es keinen Maschinenschutz von der Stange gibt.

Hema führt zur Qualitätssicherung seiner Produkte Lebensdauertests durch, für die das Unternehmen eigene Prüfstände betreibt

Partnerschaft über den Produktlebenszyklus

Der passende Maschinenschutz hat maßgeblichen Anteil an der Produktivität einer Anlage, erklärt Heberer. Hema konzipiert seine Schutzsysteme für einfache Vor-Ort-Montage durch den Kunden. Eine Datenbank mit Konstruktionsunterlagen ermöglicht die problemlose Reproduktion und den Austausch von Bauteilen bei Verschleiß. Neben Schutzabdeckungen bietet Hema auch Sichtsysteme wie Maschinensicherheitsscheiben und Drehfenster der Spinvista-Reihe sowie pneumatische Klemm- und Bremssysteme für Achsen oder bewegte Massen mit Fail-Safe-Funktion an.

Aufmacherbild: Hema bietet mit seinem Portfolio aus Abdeckungen, Sicherheitsscheiben und Klemmsystemen ganzheitliche Maschinenschutzlösungen aus einer Hand

Text-/Bildquelle: Hema Maschinen- und Apparateschutz

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In der Teilefertigung ändert sich einiges: Die zu fertigenden Komponenten werden komplexer, um nicht an Produktivität zu verlieren, werden verschiedene Zerspanungsverfahren auf Kombinationsmaschinen vereint. Das ändert auch die Anforderungen an den Maschinenschutz: Waren vor einigen Jahren eher einzelne Faltenbälge oder Abdeckungen gefragt, erfordert das zunehmende Zerspanungsvolumen heute passgenaue Schutzsysteme, damit Anlagen die komplexeren, schnelleren Prozesse über lange Standzeiten leisten können. Doch welches System passt zu meiner Anwendung? Mit dem richtigen Partner wie Hema geht’s zur passenden Lösung.

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