SMC sieht sinkende Druckniveaus als Schlüssel für mehr Energieeffizienz in der Industrie: Ein 4-bar-Ansatz spielt hierbei eine wichtige Rolle, hieß es im Rückblick des Unternehmens zur Interpack 2026. Nach Einschätzung von SMC sind bei der Druckluft Einsparungen von bis zu 30 Prozent möglich.
Steigende Energiekosten und verschärfte Klimaziele erhöhen die Anforderungen an die Effizienz industrieller Druckluftsysteme. Nach Einschätzung von SMC arbeiten viele Produktionsanlagen weiterhin mit überdimensionierten Druckniveaus, was sich direkt auf den Energieverbrauch und die CO₂-Emissionen auswirkt.
Druckluft verursacht einen erheblichen Anteil am industriellen Energiebedarf, und zwar schätzungsweise rund 10 Prozent des gesamten Stromverbrauchs in der Industrie.[1] Durch die Reduktion des Betriebsdrucks von typischen 6 bis 7 bar auf etwa 4 bar lassen sich in vielen Anwendungen Einsparungen von bis zu 30 Prozent realisieren, ohne die Leistungsfähigkeit der Anlagen zu beeinträchtigen. „In vielen Fabriken wird heute mit mehr Druck gearbeitet, als technisch notwendig wäre“, so Stephan Fillinger, Product Manager bei SMC. Das sei historisch gewachsen, unter den aktuellen Energie- und CO₂-Rahmenbedingungen jedoch nicht mehr effizient.
Bedarf an Systemlösungen wächst

SMC auf der Interpack 2026
Auf der Fachmesse Interpack 2026 zeigte sich laut SMC, dass das Thema in der Branche zunehmend an Bedeutung gewinnt. Während Energieeffizienz und Nachhaltigkeit breit diskutiert werden, fehlt häufig noch eine systematische Anpassung der Druckluftversorgung. Viele Anlagen sind weiterhin auf ein einheitliches Druckniveau ausgelegt, obwohl einzelne Anwendungen deutlich geringere Anforderungen stellen.
Druckniveau konsequent am tatsächlichen Bedarf ausrichten und so Energieverbrauch und Betriebskosten reduzieren
Mit dem Konzept der „4-Bar Factory“ verfolgt SMC einen systemischen Ansatz, der nicht bei einzelnen Komponenten ansetzt, sondern bei der gesamten Infrastruktur der Druckluftversorgung. Ziel ist es, das Druckniveau konsequent am tatsächlichen Bedarf auszurichten und so Energieverbrauch, Leckageverluste sowie Betriebskosten zu reduzieren. Das Unternehmen setzt diesen Ansatz bereits in eigenen Produktionsstätten um – hieß es in der Meldung – und unterstützt Industrieunternehmen weltweit bei der Analyse und Optimierung ihrer Systeme.
Nach Unternehmensangaben lassen sich viele Anwendungen bereits heute auf niedrigere Druckniveaus umstellen – oft ohne Eingriffe in bestehende Maschinen. Entscheidend sei eine differenzierte Betrachtung einzelner Prozesse sowie der gezielte Einsatz von Komponenten und Systemlösungen, die auch bei geringeren Drücken zuverlässig arbeiten.
Nächste Entwicklungsstufe
Im Rahmen der Interpack gab SMC zudem Einblicke in aktuelle Entwicklungsansätze im unternehmenseigenen Digital and Innovation Hub. Es wurden unter anderem Prototypen und Systemkonzepte vorgestellt, die auf eine weitergehende Reduktion des Energieverbrauchs und eine stärkere Vernetzung von Produktionssystemen abzielen.
Druckluft wird zum aktiv gestaltbaren Effizienzhebel
„Die eigentliche Transformation findet nicht an der einzelnen Maschine statt, sondern in der Art, wie Energie in der Produktion bereitgestellt und genutzt wird“, so Christian Reibstein Product Manager bei SMC. „Druckluft wird sich von einer gegebenen Größe zu einem aktiv gestaltbaren Effizienzhebel entwickeln.“
[1]: Fraunhofer, 2001: Compressed air systems in the European Union. Energy, emissions, savings potential and policy actions
Quelle: SMC






