1. Home
  2. /
  3. VDW
  4. /
  5. Werkzeugmaschinenbau verzeichnet Auftragsplus
VDW sieht Talsohle nach drei schwierigen Jahren durchschritten

Werkzeugmaschinenbau verzeichnet Auftragsplus

23.06.2026
von Redaktion DER KONSTRUKTEUR
Large container vessel with cranes at the open sea or ocean.

Wie der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) meldet, stiegen die Auftragseingänge des deutschen Werzeugmaschinenbaus im ersten Quartal 2026 um 15 Prozent. Dennoch stelle sich die Lage nach Einschätzung des Verbands schwierig dar: Produktion, Exporte und Beschäftigung bleiben rückläufig, während der Nahost-Konflikt zu höheren Unsicherheiten und Kosten führt und damit die Investitionsbereitschaft bremst.

Bernhard Geis, Leiter Wirtschaft und Statistik im VDW

Bernhard Geis, Leiter Wirtschaft und Statistik im VDW

„Die Talsohle dürfte durchschritten sein – von einer deutlichen Trendwende sind wir aber noch entfernt. Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich die Erholung verstetigt“, meint Bernhard Geis, Leiter Wirtschaft und Statistik im VDW. Zum Auftragsplus trugen das Inland mit 18 Prozent und das Ausland mit 14 Prozent fast gleichermaßen bei. Allerdings sind die Zahlen nur bedingt belastbar. Das Ausgangsniveau ist schwach, vor allem auch im Inland. Zudem spielen punktuelle Aufträge und Projektgeschäft eine wesentliche Rolle. Eine breite Nachfrageerholung ist in dieser Stärke nicht erkennbar.
Stabilisierend wirken weiterhin Service- und Retrofitgeschäft. Gleichzeitig unterscheidet sich die Dynamik je nach Branche stark: Luftfahrt, Verteidigung, Medizintechnik und Elektronik entwickeln sich positiv, während Metallbearbeitung und Maschinenbau sowie insbesondere die Automobil- und Zulieferindustrie schwach bleiben.

Lage bleibt angespannt, aber international heterogen

Die Lage der Werkzeugmaschinenbranche bleibt angespannt. Die Produktion sank im ersten Vierteljahr um 11 Prozent auf 2,8 Mrd. Euro. Der Inlandsabsatz entwickelte sich dabei mit 13 Prozent Minus schwächer als die Exporte, die um ein Zehntel nachgaben. Regional zeigt sich ein heterogenes Bild: Die USA behaupten sich als Wachstumstreiber (+8 Prozent), während Europa (-11 Prozent) deutlich nachgibt. Die Ausfuhren nach Asien sinken um 18 Prozent, und zwar maßgeblich bedingt durch den Einbruch der Exporte nach China (-32 Prozent). Vor dem Hintergrund des starken Preiswettbewerbs gewinnt das Prinzip „Local for Local“ für deutsche Hersteller mit eigener Produktion vor Ort weiter an Bedeutung. Indien entwickelt sich dynamisch und ist inzwischen zum drittgrößten Absatzmarkt aufgestiegen.

Mit einem Rückgang um 8 Prozent spiegelten die Importe in den ersten drei Monaten zwar auch die Schwäche im deutschen Markt wider. Sie schnitten dennoch etwas besser ab als der inländische Absatz. Besonders die japanischen Hersteller konnten ihre Verkäufe in Deutschland sogar steigern. Insgesamt reduzierte sich der Inlandsverbrauch um 10 Prozent und bestätigte die Investitionsschwäche in Deutschland.

Aufräge Werkzeugmaschinenindustrie in Deutschland

Nach drei schwierigen Jahren zeigt sich im Werkzeugmaschinenbau ein erstes Aufatmen: Die Auftragseingänge stiegen in den ersten drei Monaten 2026 um 15 Prozent.

Branche reagiert auf rückläufige Auslastung mit Stellenabbau

Die Auslastung der Kapazitäten in den Unternehmen war weiter rückläufig auf einen Wert von zuletzt 73 Prozentpunkten. Die notwendigen Kapazitätsanpassungen zeigen sich jetzt deutlich in der Entwicklung der Beschäftigtenzahlen. Im März beschäftigte die Branche laut VDW mit 60.600 Personen knapp 9 Prozent weniger als im Vorjahr.

„Der Auftragsanstieg im ersten Quartal ist ein wichtiges Signal, aber noch keine Entwarnung“, meint Geis: „Für eine stabile Aufwärtsentwicklung braucht es wieder mehr Investitionsvertrauen – und verlässlichere wirtschaftliche Rahmenbedingungen.“

dunkelblauer Btutton mit dem Text zum Unternehmen

Quelle: VDW, Bild: Aufmacher: Oleksandr Bachurin – stock.adobe.com, sonstige: VDW

Jetzt Newsletter abonnieren

Technologische Innovationen und Branchentrends aus allen Teilbereichen der Fluidtechnik –
Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Hier registrieren

Weitere Artikel

Stiftung für humanoide Robotik und KI gegründet
Stiftung für humanoide Robotik und KI gegründet

Mit der Gründung der gemeinnützigen Stiftung „Humanoid Robotics and Embodied AI“ wollen Schunk, die Hochschule Offenburg und die Burger Group den Transfer humanoider Robotik in die industrielle Praxis beschleunigen, teilte Schunk Mitte Juli mit. Stiftungsträger ist die Hochschule Offenburg.

64‑Bit‑Architektur: Siemens macht CNC‑Steuerung KI-fähig
64‑Bit‑Architektur: Siemens macht CNC‑Steuerung KI-fähig

Siemens stellt eine neue Hardwaregeneration für seine CNC‑Steuerung Sinumerik One vor. Mit deutlich erhöhter Rechenleistung, moderner Grafikarchitektur und einer auf langfristige Cybersicherheit ausgelegten Plattform adressiert das Unternehmen zentrale technologische und regulatorische Anforderungen der Industrie.

Mathias Wolpiansky übernimmt Vorstandsamt
Mathias Wolpiansky übernimmt Vorstandsamt

Der Geschäftsführer von Rose Systemtechnik, Mathias Wolpiansky, verstärkt künftig den Vorstand des VDMA-Fachverbands Elektrische Automation. Er wurde für die Amtsperiode bis 2030 in den Vorstand gewählt, wie das Unternehmen Anfang Juli mitteilte.

Digitaler Maschinen-Zwilling im Browser
Digitaler Maschinen-Zwilling im Browser

Realvirtual Web ist eine browserbasierte Plattform für den digitalen Zwilling von Maschinen und Anlagen. Entwickelt hat sie die Realvirtual GmbH aus Sinzheim.

You have Successfully Subscribed!

You have Successfully Subscribed!