Die Lapp Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2025 (1. Oktober 2024 – 30. September 2025) einen Umsatz von 1,93 Milliarden Euro, wie das Unternehmen im Februar mitteilte. Getragen von Zuwächsen in Asien und Amerika gleicht das Familienunternehmen damit seinen Umsatzrückgang aus dem vergangenen Jahr aus und wächst um rund sechs Prozent. Herausforderungen liegen weiterhin im schwächelnden Europageschäft sowie steigenden Kosten. Zum Stichtag 30. September 2025 beschäftigt die Lapp Gruppe weltweit rund 5.700 Mitarbeitende.
„Unser Wachstum in Asien und Amerika hilft Lapp durch schwierige Zeiten in unseren europäischen Heimatmärkten“, sagt Matthias Lapp, CEO der Lapp Gruppe. Wachstumstreiber sind Indien, China und Südkorea, aber auch Länder wie Mexiko, Brasilien und Kanada haben sich positiv entwickelt. Besonders in Branchen wie Intralogistik, Batteriespeicher, Infrastruktur und Lebensmittelproduktion legt das Stuttgarter Unternehmen zu. „In Europa und Deutschland bleiben die Rahmenbedingungen herausfordernd“, so Matthias Lapp. „Steigende Kosten und Bürokratieaufwand auf der einen Seite, weiterhin schwache Konjunktur auf der anderen: Lapp muss die richtigen Weichen stellen, damit wir unseren internationalen Kunden auch in Zukunft ein attraktives Angebot machen können.“
Zweistelliges Wachstum in Asien und Amerika

Matthias Lapp, CEO der Lapp Gruppe in dritter Generation
In der Region Asien-Pazifik wächst Lapp im Geschäftsjahr 2025 im deutlich zweistelligen Prozentbereich. Auf dem amerikanischen Kontinent widersetzt sich das Unternehmen erfolgreich den geopolitischen Unsicherheiten und wächst ebenfalls zweistellig. Mit Zukäufen in China und Brasilien konnte es seine Marktposition weiter festigen: Im chinesischen Dongguan City in der Nähe von Shenzhen hat das Unternehmen einen Spezialisten für Rundsteckverbinder übernommen. Im brasilianischen São Paulo wurde ein Unternehmen für Verbindungstechnik erworben und damit die Präsenz auf dem südamerikanischen Kontinent verstärkt. „Eine konsequente Internationalisierung macht uns unabhängiger von lokalen ökonomischen Entwicklungen“, so Matthias Lapp. „Mit unserer „local for local“-Strategie entwickeln, produzieren und vertreiben wir da, wo unsere Kunden sind.“
Leichtes Wachstum in Europa
In der Region EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika), die weiterhin den größten Anteil am Gesamtumsatz des Unternehmens ausmacht, war ein leichtes Wachstum im unteren einstelligen Prozentbereich zu verzeichnen. „Keine schlechte Leistung, wenn wir die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen betrachten. Doch zufrieden sind wir damit nicht, insbesondere mit unserer Profitabilität“, meint Matthias Lapp. Das zukunftsträchtige Harnessing-Geschäft, also der Verkauf von Ingenieursleistungen und individuell gefertigten Konfektionslösungen, zeigt positive Signale.
Investitionen in Technologie und Lieferkette
Sein Investitionsprogramm hat Lapp auch 2025 fortgesetzt: Das Familienunternehmen investierte rund 56 Millionen Euro (Vorjahr: 66 Millionen Euro) in seine Lieferketten und neue Technologien. So wurde beispielsweise in Dharuhera, Indien, ein neues Werk für Verbindungszubehör eröffnet. In seinen Werken nahe Shanghai, China, und in New Jersey, USA, investierte das Unternehmen in hochmoderne neue Produktionslinien. In Sachen Nachhaltigkeit wurde unter anderem Steckverbinder aus Bio-Kunststoff auf Maisstärkebasis vorgestellt sowie bio-basierte Versionen der Skintop-Kabelverschraubungen entwickelt.
Zukunftsbranchen sorgen für Hoffnung
Auf das laufende Geschäftsjahr 2026 blickt der Familienunternehmer mit vorsichtigem Optimismus: „Erneuerbare Energien, Batteriespeichersysteme, Datencenter oder die Intralogistik benötigen mehr Energie, mehr Daten, mehr Verbindungen. Unsere Kunden sind in den Branchen der Zukunft aktiv. Das macht mir Hoffnung“, sagt Matthias Lapp. Von der Politik fordert er schnelleres Handeln: Die Reformen der Bundesregierung würden bisher hinter den Erwartungen zurückbleiben. „Jetzt gilt es parteipolitische Individualinteressen beiseitezulegen und Ergebnisse zu liefern“, betont Matthias Lapp: „Vor uns liegen Jahre der Transformation, für die es Pragmatismus, Innovationsoffenheit und Mut braucht.“
Quelle: Lapp






