Wenn radiale und axiale Kräfte gleichzeitig wirken: Kegelrollenlager aus dem Standard-Sortiment von Findling erfüllen die Anforderung für solche kombinierten Lasten. Durch ihren speziellen Aufbau nehmen sie kombinierte Belastungen zuverlässig auf. Die Kegelrollenlager sind metrisch oder zöllig verfügbar, einzeln oder als abgestimmte Sätze. Außen- und Innenringe lassen sich flexibel kombinieren.
Um aus dem verfügbaren Portfolio die technisch wie wirtschaftlich passende Variante für den Kunden zu identifizieren, nutzt der Hersteller die ABEG-Methode mit vier klar definierten Leistungsklassen. Die Stärke von Kegelrollenlagern ist ihre Fähigkeit, radiale und axiale Kräfte gleichzeitig aufzunehmen. Das geschieht unter einem definierten Druckwinkel, der bestimmt, wie stark die axiale Belastbarkeit ausfällt. In typischen Baureihen liegt der Druckwinkel zwischen 10 und 16°, bei speziellen Ausführungen auch deutlich darüber. Entscheidend ist dabei: Axialkräfte werden nur in eine Richtung aufgenommen. Deshalb werden Kegelrollenlager oft paarweise in X- oder O-Anordnung eingesetzt.
Ein Standardlager ist in vielen Fällen die beste Lösung.
„Ein Standardlager ist für uns kein Kompromiss, sondern in vielen Fällen die beste Lösung“, sagt Geschäftsführer Klaus Findling. „Entscheidend ist eine überlegte Auswahl, die die Bedürfnisse der Anwendung exakt trifft. Genau das ermöglichen wir unseren Kunden.“
Konstruktiv folgen Kegelrollenlager einem klaren Prinzip. Ein bordloser Außenring – der sogenannte Cup – trifft auf eine Baugruppe aus Innenring, Käfig und Rollen – den Cone. Diese Trennung erlaubt es, die Vorspannung bei der Montage gezielt einzustellen. Die konstruktive Auslegung von Vorspannung und Lagerspiel ist das Fundament für die Leistungsfähigkeit und Lebensdauer jeder Kegelrollenlagerung. Während ein zu großes Lagerspiel zu unpräziser Wellenführung und störenden Vibrationen führt, sorgt eine gezielte Vorspannung für eine deutlich höhere Systemsteifigkeit. Diese Steifigkeit ist entscheidend, um die Wellendurchbiegung unter Last zu minimieren und die Positioniergenauigkeit des gesamten mechanischen Systems zu erhöhen. Ein wesentlicher Vorteil liegt in der verbesserten Dynamik, da höhere Eigenfrequenzen erreicht werden, was die Schwingungsanfälligkeit der Konstruktion reduziert.

Die verlängerten Mantellinien von Rollen und Laufbahnen müssen sich in einem Punkt schneiden, denn nur dann entsteht eine saubere Abrollbewegung.
Zudem optimiert die Vorspannung die Lastverteilung innerhalb des Lagers, wodurch alle Wälzkörper gleichmäßiger belastet werden und der Verschleiß sinkt. Trotz dieser positiven Merkmale muss die Auswirkung auf das Reibmoment kritisch beobachtet werden, um eine Überhitzung zu vermeiden. Letztlich bestimmt die Balance zwischen Spiel und Vorspannung, ob ein Lager seine volle Betriebsdauer erreicht oder vorzeitig durch Heißlaufen ausfällt. Eine fachgerechte Montage erfordert daher stets die präzise Einhaltung der Herstellervorgaben bezüglich der angestrebten Steifigkeit und des daraus resultierenden Laufverhaltens.
Schon kleine Abweichungen führen zu Schlupf
Aufgrund ihrer Konstruktion spielt die Fertigungsgenauigkeit bei Kegelrollenlagern eine zentrale Rolle. Die verlängerten Mantellinien von Rollen und Laufbahnen müssen sich in einem Punkt schneiden. Nur dann entsteht eine saubere Abrollbewegung. Schon kleine Abweichungen führen zu Schlupf, erhöhter Reibung und veränderten Lastverteilungen. Auch das wirkt sich direkt auf Geräusch- und Schwingungsverhalten aus.
Quelle: Findling Wälzlager






