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DREHGEBERHERSTELLER PRÄSENTIEREN EINKABELLÖSUNG

DREHGEBERHERSTELLER PRÄSENTIEREN EINKABELLÖSUNG

Die führenden Sensor- und Drehgeber-Hersteller Baumer, Hengstler und Kübler präsentierten während der Motek 2017 im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz die offene, standardisierte Motor-Feedback-Schnittstelle SCS open link erstmals der Öffentlichkeit. Die neue Schnittstelle ermöglicht den hochperformanten Austausch bidirektionaler Daten zwischen Motor und Drive, wie z. B. Positionsdaten des Encoders.

Die drei Marktbegleiter verstehen sich als Initiatoren einer wachsenden Community. Diese setzt sich ein für die Etablierung eines offenen Schnittstellen-Standards, um Antriebsherstellern zukünftig eine größere Flexibilität bei der Auswahl des zu ihrer Anwendung passenden Drehgebers zu ermöglichen. Durch eine neutrale Zertifizierung wird die Kompatibilität von Geräten verschiedener Hersteller untereinander sichergestellt.

Gebhard F. Kübler (im Bild Mitte), geschäftsführender Gesellschafter der Kübler Gruppe, eröffnete die Veranstaltung und erläuterte die Triebfeder für diese außergewöhnlichen Initiative: „Am Markt für Servoantriebe verspürt man ein starkes Bedürfnis nach kompatiblen Motor-Feedback-Systemen, mehr Flexibilität und einem zukunftssicheren, nicht-proprietären Standard. Zusammengefasst besteht ein dringender Wunsch nach einer offenen, sicheren Ein-Kabel-Lösung. Diese Anforderungen werden durch die neue Schnittstelle SCS open link erfüllt. Zudem werden die Markttrends hinsichtlich steigender Performance und funktionaler Sicherheit nachhaltig erfüllt“. Kübler führte weiter aus: „Der Begriff SCS open link ist bewusst gewählt. SCS steht für Single Cable Solution, eine hoch performante Ein-Kabel-Lösung realisiert über zwei Adern. „Open“ steht für eine nicht proprietäre, offene Schnittstelle, die einen bewährten zertifizierten Standard verspricht. „Link“ unterstreicht die Bedeutung als Motion-Protokoll für die Verbindung zwischen rotativem oder linearem Motor-Feedback-Encoder und dem Antriebsregler. Und die hohe Bedeutung von Sicherheit wird dokumentiert durch die Eignung der Schnittstelle für Anwendungen bis SIL3 / PLe.“ Kübler ging ausserdem noch auf die Zukunftssicherheit von SCS open link ein, indem er die Möglichkeiten des Condition Monitorings sowie des Anschlusses weiterer Sekundär-Sensoren betonte. Industrie-4.0-Szenarien seien somit bereits heute realisierbar. Die neue Schnittstelle zeichne sich zudem durch ein transparentes Lizenzmodell aus, das die Offenheit auch hinsichtlich möglicher weiterer Anbieter sicherstellt.

Jochen Feiler (im Bild rechts), Geschäftsführer der Hengstler GmbH, stellte die technischen Besonderheiten von SCS open link und den damit verbundenen Kundennutzen vor, und begann vorab mit der Klärung der Frage: Wie offen ist offen? Hierbei liege tatsächlich der Schwerpunkt auf einer zukunftssicheren und klaren Regelung der Nutzungsrechte sowie der Möglichkeit, dass die drei Gründungsmitglieder der Erweiterung des Sensor-Hersteller-Kreises grundsätzlich positiv gegenüberstehen. Dabei wird auch ganz klar, dass die Community aus Kundensicht ins Leben gerufen wurde. „Wir haben vom Markt klar signalisiert bekommen, dass eine weitere geschlossene Schnittstelle nicht gewünscht ist“, erläutert Jochen Feiler. Zudem hebt er noch die Vorteile von SCS open link für Antriebs- und Maschinenhersteller hervor: „Ein zentraler Punkt ist die hohe Flexibilität durch Angebote verschiedener Drehgeber-Hersteller und die einfache Implementierung von SCS open link auf Basis eines Mikrokontrollers, durch die eine hohe Innovationskraft sowohl auf Maschinen- als auch Motorenebene sichergestellt wird.“ Laut Feiler basiert SCS open link auf der von Hengstler entwickelten Schnittstelle Acuro link und ist dazu komplett rückwärts kompatibel.

Karsten Just (im Bild links), Geschäftsführer Vertrieb und Marketing der Baumer Group, unterstrich ebenfalls den besonderen Charakter der SCS-open-link-Schnittstelle und der damit verbundenen Community: „Der Zusammenschluss dreier namhafter Drehgeber-Herstellern stellt ein absolutes Novum dar, und die Bedeutung des Begriffs Community steht hierbei im Mittelpunkt. Auf einer gemeinsamen Webseite (www.scs-open-link.org) werden ab sofort alle relevanten Informationen zur Schnittstelle bereitgestellt. Die Webseite dient als Kontaktpunkt sowohl für interessierte Anwender als auch für weitere potenzielle Lizenznehmer. Das Angebot an SCS-open-link-fähigen Sensoren und die Marktbearbeitung wird von jedem einzelnen Mitglied separat vorangetrieben. Auf der kommenden SPS IPC Drives in Nürnberg wird es somit von allen drei Gründungsmitgliedern individuelle Produkte und Lösungsansätze geben.“ Just kündigte im Anschluss an die Pressekonferenz noch eine kleine Hausmesse an. Hier stellten sich zahlreiche, bereits zum SCS-open-link-Community-Netzwerk gehörende Stecker- und Kabelhersteller vor. Mit dabei sind die Unternehmen Helukabel, Igus, Lapp-Kabel, Phoenix Contact, SAB Bröckskes, Tecni-Kabel und TE connectivity.

SCS open link ist eine mit besonderem Fokus für Motor-Feedback-Anwendungen entwickelte Schnittstelle. Sie ermöglicht einen hoch performanten Austausch bidirektionaler Daten zwischen Motor und Drive, wie beispielsweise Positionsdaten des Encoders.

Durch die Möglichkeiten zur Übertragung weiterer Daten von Sekundärsensoren beispielsweise für die Temperaturüberwachung oder das Condition Monitoring erfüllt SCS open link zudem die heutigen und zukünftigen Anforderungen von Industrie 4.0 und IIoT.

SCS open link ist als Ein-Kabel-Lösung konzipiert und unterstützt 2- und 4-Draht-Anwendungen. Die neue Schnittstelle ermöglicht Kabellängen bis 100 m, Übertragungsraten bis 10 MBaud und Reglerzyklen bis 32 KHz. Für Funktionale Sicherheit ist das Protokoll zertifiziert bis SIL3 und Kategorie 3. Die Kompatibilität von Geräten untereinander wird sichergestellt durch eine neutrale Zertifizierungsstelle.

Veröffentlicht von

Martina Heimerl

Konstrukteure sind die Schöpfer in der Welt der Technik, das fasziniert mich – und Kommunikation ist meine Leidenschaft!

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